Herbstluft

28 Okt

Ich wate durch ein braun-oranges Blättermeer. Unter meinen Füßen knirscht und knackt es wie ein loderndes Feuer. Die Luft ist erfüllt vom Duft trockenen Laubs. Vor kurzem drohte der Winter noch mit eisiger Faust – jetzt zieht ein später Odem des Sommers durch die Straßen.

Etwas liegt in der Luft. Ich spüre, dass es auf mich zukommt. Wird es einfach passieren? Oder wartet es auf mich?  Darauf, dass ich eine Entscheidung treffe? Was ist „es“ überhaupt? Wie soll ich wählen, weiß ich doch nichts über „es“? Und so warte ich, warte darauf, dass etwas geschieht, dass ich ein Zeichen bekomme, ich vor oder zurück muss. Vielleicht kommt „es“ mit rasender Geschwindigkeit, doch unbemerkt auf mich zu. Vielleicht warte ich vergebens.

Etwas liegt in der Luft …

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Schreiben

19 Mai

Ich schreibe. Ich schreibe und schreibe. Ich schreibe auf Papier, ich schreibe in Blogs, ich schreibe auf der Arbeit. Ich schreibe Bewerbungen. Ich schreibe jetzt gerade. Manches ist zielgerichtet, manches ist ziellos. Sortierte und unsortierte Gedanken, die aus meinem Kopf raus müssen. Wahrscheinlich ungelesen, uninteressant, belanglos. Dennoch wollen sie festgehalten werden…

Wie’s in München weiter geht…

9 Mai

könnt ihr ab sofort auf meinem neuen Blog lesen!

Untitled

20 Apr

 

Acryl auf Pizzakarton, ca. 25,5 x 19,5cm, ©MH 2013

001

12 Apr

Erste Knospen wagen sich zaghaft an die Oberfläche

durchbrechen kalten Boden und recken sich wärmenden Lichtstrahlen entgegen

Hoffnung keimt auf, vielleicht vorbei die dunkle Zeit

Wenn nicht aufflammende Kälte die Blüten wieder erstickt

One Day (in Munich)

12 Apr

Schon verrückt, da setze ich mich in Göttingen in einen riesigen, rollenden Stahlkoloss und steige vier Stunden später wieder im über 500 Kilometer entfernten München aus. Die heutigen Möglichkeiten zu reisen, die früher noch undenkbar gewesen wären, erscheinen mir surreal…

Von München habe ich immer gedacht, dass hier alles Schickimicki wäre. Doch kommt man aus dem Bahnhof, bietet sich ein ganz anderes Bild. Die hässlichen 80er Jahre-Bauten haben ihren nie vorhanden Glanz inzwischen vollends verloren. Alles ist dreckig und irgendwie abgefuckt, das hat was! An den Fußwegen sitzen unzählige Bettler, von denen man aber ausgehen kann, dass sie zusammen gehören, sitzt doch alle paar Meter wieder einer mit genau dem gleichen Pappbecher. Beachtet werden sie eigentlich von niemandem…

Polizei sehe ich viel. Gerade in der Nähe des Bahnhofs. Wahrscheinlich soll alles „sauber“ gehalten werden für die Touristen, von denen es hier unglaubliche Mengen gibt. Gleich an der Ecke des Bahnhofs etwa halten drei von ihnen einen vermeintlichen Junkie fest. Gekleidet sind sie in ihre Kampfuniformen, wie man sie sonst nur von Demos kennt. Die meisten Leute gaffen und fragen sich was da los ist. Ich nicht, was geht es mich an?

Den Verkehr finde ich ungewöhnlich, so mitten in der Stadt. Mehrspurige Straßen mit Straßenbahnschienen dazwischen. Alle paar Meter steht man vor einer Ampel. Aber Achtung, auch wenn man grün hat, darf man nicht immer gehen: die Tram (ja, sie heißt hier wie in Wien Tram!) hat Vorfahrt. Die meisten Leute achten aber nicht zu sehr auf die Ampeln und gehen einfach rüber…

Vor dem alten Gebäude, indem ich gleich mein Vorstellungsgespräch habe, hört man Schreie. Fenster werden geöffnet, die Leute schauen nach was da los ist. Eine ältere Frau im elektrischen Rollstuhl fährt langsam den Gehweg entlang und schreit unentwegt, scheinbar jedoch ohne Schmerzen zu haben oder ähnliches…

Die Innenstadt ist Touristengebiet. Überall versuchen Souvenirstände ihren Tand für Wucherpreise los zu werden. Daneben stehen Marktstände mit Spargel und Erdbeeren…werden wohl kaum aus Deutschland sein, viel zu kalt hier. Aber es muss sich scheinbar lohnen. Ich vermute, dass sich die Münchner hier nicht länger aufhalten als nötig und vielleicht höchstens mal shoppen gehen. Ich frage mich, wo sie ihre Freizeit verbringen…

Als ich eine kleine Pause mache und mir eine Zigarette drehe, setzt sich eine alte Frau neben mich. „Wieder Regen, wieder Regen!“ sagt sie in gebrochenem Deutsch. Als sie meinen Tabak entdeckt, fragt sie mich: „Du, Zigarette, Zigarette, fur mich?“ Natürlich, bitte sehr. Sie brabbelt irgendwas von Gesundheit vor sich hin, während sie den Rauch genussvoll auspustet. Dann wendet sie sich nochmal zu mir: „Du Schule. Arbeit? Schule, Arbeit?“ Ja, ich bin auf der Suche nach Arbeit, deshalb bin ich hier. „Alles Gute!“

Auf dem Rückweg zum Bahnhof wieder Polizeiaufgebot. Drei Wagen mit Blaulicht (übrigens noch in grün, ebenso wie die Uniformen – ich hätte nicht gedacht, dass es noch eine deutsche Großstadt ohne die einschüchternderen blauen Uniformen gibt) stehen vor einem Laden, mindesten 6 Polizisten debattieren mit einem Haufen Leute, einer von ihnen brüllt rum. Die Leute bleiben stehen und gucken. Ich finde das irgendwie indiskret…

An der Ampel vorm Bahnhof kommt ein schmieriger Typ an und stellt sich nach ganz vorne direkt an die Straße. Lange Haare, kaputte Jeans und Springerstiefel. In der rechten Hand ein Zippo, dass er unentwegt auf- und zuklappt. Seine Nervosität steckt an. Ich greife in meine Hosentasche und spiele mit dem Feuerzeug. Endlich wird grün und er geht weg. Ich hole mir noch einen Kaffee und suche mein Gleis. Vier Stunden später steige ich in Göttingen aus dem ICE…

Momentaufnahme

25 Jan

SIE steht – in einem Outfit, das gerade zu schreit: Guckt mich an! (hohe Schuhe, knallenge Jeans, lange, rosa lackierte Fingernägel, lange blonde Haare, Designertäschchen über dem angewinkelten Arm (eine Freundin würde sagen: da möchte man doch einmal mit der Machete vorbeigehen)) – an der roten Ampel und bedient ihren iPod (immerhin: er ist orange und nicht rosa). Die Abbiegerspur bekommt grün, doch der riesige BMW-SUV fährt nicht los. Hinter ihm hupt es schon. Einige Zeit vergeht. Schließlich setzt sich das Blechmonster doch in Bewegung. In ihm sitzt ER, klein (in dem Riesenauto wirkt er noch viel kleiner) und glatzköpfig. ER gafft noch während des Abbiegens rüber zu IHR

true story!